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Raasch
Sibylle Raasch
1992, 334 S., Broschiert, ISBN 978-3-7890-2433-7
Die Verfasserin bestimmt die Reichweite des Gleichberechtigungspostulats für den Erwerbsbereich und konkretisiert sie im Hinblick auf die quotierte Vergabe von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen als Ergebnis einer Bilanzierung bisheriger gleichstellungspolitischer Erfahrungen im In- und Ausland sowie einer umfassenden Aufarbeitung der einschlägigen Grundrechtsdogmatik. Demnach enthält Art. 3 Abs. 2 GG einen bindenden Verfassungsauftrag zugunsten der Frauen, die Gleichberechtigung der Geschlechter über Garantien der Chancengleichheit herzustellen. Im Erwerbsbereich müssen folglich Frauenquoten als unerläßlicher Bestandteil effektiver Gleichstellungspolitik implementiert werden. Subjektive Grundrechtspositionen konkurrierender Männer setzen der Quotierung Grenzen. Zwar tritt das Verbot der Geschlechtsdiskriminierung im Anwendungsbereich des Gleichberechtigungspostulats als subsidiär zurück, das Recht des Mannes auf freie Berufswahl verlangt jedoch, daß auch dem Mann noch berufliche Entwicklungschancen verbleiben. Der Leistungsgrundsatz für den öffentlichen Dienst schließlich darf zugunsten der Gleichberechtigung nur soweit durchbrochen werden, als die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes nicht gefährdet wird.
Das Werk ist Teil der Reihe Schriften zur Gleichstellung, Band 4.
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