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Fenner

Suizid - Krankheitssymptom oder Signatur der Freiheit?

Eine medizin-ethische Untersuchung
Karl Alber,  2008, 423 Seiten, gebunden

ISBN 978-3-495-48276-6


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Das Werk ist Teil der Reihe Angewandte Ethik (Band 8)
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Zur Klärung der ethischen Fragen nach der Legitimität von suizidalem Verhalten, von Suizidverhütung und -beihilfe ist ein vertieftes Verständnis des Suizidaktes unabdingbar. Zu diesem Zweck versucht die philosophische Studie, die wichtigsten Forschungsergebnisse aus Medizin, Psychologie und Soziologie mit einzubeziehen. Einseitige, simplifizierende Interpretationen und radikale Extrempositionen sollen zugunsten einer differenzierteren Sichtweise überwunden werden. So zeigt sich, dass zwischen polarisierenden Lesarten des Suizids als „Krankheitssymptom“ oder „Signatur der Freiheit“ genauso ein stufenreiches Kontinuum besteht wie zwischen „absoluter Freiheit“ und „totaler Unfreiheit“ oder zwischen „Krankheit“ und „Gesundheit“. Obwohl die Freiheitsfrage in der gegenwärtigen Suiziddebatte eine der umstrittensten ist, wird selten explizit eine „Willens-„ und „Handlungsfreiheit“ voneinander unterschieden. Das sich an einem Konzept aus der organischen Medizin orientierende Symptommodell entpuppt sich für das Verständnis suizidaler Menschen als weniger geeignet als ein biopsychosoziales System-Modell, das die mannigfaltigen biologischen, sozialen, psychischen und auch bewussten kognitiven Faktoren des präsuizidalen Prozesses miteinander ins Verhältnis setzt.

Zur Prüfung der Rationalität und Legitimität des Suizidaktes müssen Kriterien theoretischer und praktischer Rationalität bestimmt und die relevanten Prinzipien aus der Individual- und Sozialethik benannt werden. Sorgfältig angegangen werden auch die im Kontext der aktuellen Sterbehilfediskussion aufgeworfenen Fragen nach einem ethischen oder juristischen „Recht auf Suizid“ und einem „Recht auf Suizidbeihilfe“. Bezüglich der ebenso brisanten Problematik ethisch legitimer Suizidverhütung erweisen sich die radikalen Positionen eines absoluten Paternalismus oder absoluten Autonomismus als unhaltbar. Anstelle einer „einfachen Ethik“ mit universellen Geboten oder Verboten wird eine „differenzierende Ethik“ entworfen, die ein Urteil von besonderen Lebensumständen und unterschiedlichen Handlungstypen abhängig macht.

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