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Görges

Auf Lohnabstand gehalten

Über die Widersprüche marktliberaler Konzepte in der Arbeitsmarktpolitik
Nomos,  2012, 108 Seiten, kartoniert

ISBN 978-3-8360-1108-2

29,90 € inkl. MwSt.
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Das Lohnabstandsgebot gilt in der ökonomischen Theorie und in der Arbeitsmarktpolitik als vernünftige und effiziente Gestaltungsregel. Nach neoklassischer Wirtschaftslehre hindern nur eine deutliche Verdienstspanne zwischen Arbeitenden und Arbeitslosen und eine kräftige Lohnspreizung nach unten die meisten Menschen daran, die Sozialsysteme als »Hängematte« zu missbrauchen. Die Autorin deckt den Widersinn dieses Grundgedankens und der ihm folgenden Arbeitsmarktpolitik aus wirtschaftstheoretischer wie aus arbeitssoziologischer Perspektive auf. Ausgehend vom Strukturwandel des Arbeitsmarkts zeigt sie, von welchen wirklichkeitsfremden Annahmen das Lohnabstandsdogma in Zeiten von Hartz IV gekennzeichnet ist. Die Tücken seiner praktischen Umsetzung legt Luise Görges vor allem am Beispiel erwerbstätiger und arbeitsloser Frauen dar. Auf der Grundlage vieler empirischer Befunde entfaltet sie ihr kritisches Urteil über den herrschenden Umgang mit dem weiblichen Arbeitsvermögen. Damit leistet die Studie einen wichtigen Beitrag zur Theorie und Wirklichkeit einer Arbeitsmarktpolitik, die über geschlechtsspezifische Diskriminierung hinaus die allgemeine soziale Ungleichheit vertieft. – Die Autorin wurde für diese Unter­suchung mit dem Politeia-Preis 2010 sowie mit dem Nachwuchsförderpreis 2011 des Ökonominnen-Netzwerks efas ausgezeichnet.

»Insgesamt unternimmt Görges am Schnittpunkt von Volkswirtschaftslehre und Soziologie eine respektable Untersuchung, in der sie zu schlüssigen Ergebnissen gelangt. (...) eine überzeugende geschlechtsspezifische Sicht auf aktuelle arbeitsmarktpolitische Konzepte.« (Portal für Politikwissenschaft/www.pw-portal.de, 15.06.12) - «Die gefährliche Unterkomplexität der neoklassischen Annahmen und ihre verteilungspolitische Stoßrichtung offen gelegt zu haben, ist neben dem Aufzeigen der zutiefst geschlechtlich strukturierten Dimension der Lohnabstands- und Lohndispersionsdebatte in jedem Fall ein großes Verdienst dieser Arbeit.« (Das Argument Nr. 301 [2013])
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