»In dieser Intensität vollziehen sich die Argumentationen ebenfalls im 2. Band, der die Einzelvertonungen in Liederkreis op. 24 mit seinen neun und in Dichterliebe op. 48 mit seinen 16 Gedichten ebenso ausführlich vorstellt wie die übrigen drei Abteilungen von Heine-Versen. Dabei handelt es sich um die vier aus der Dichterliebe ausgesonderten Lieder, um die drei Heine-Lieder aus dem Myrthen-Liederkreis op. 25 und um sechs Balladen. Hier bedeuten die Verknüpfungen zwischen Texterklärung und musikalischer Ausdeutung einen unentbehrlichen Fortschritt. Folgt man den suggestiv gemessenen Darlegungen Müllers, dann wird man belohnt durch die gelungene Kombination von gewissermaßen untergründigen Verweisen auf die Voraussetzungen von Schumanns und Heines ‚Weltbild‘ bzw. dessen Einbettung in die zeitgenössische ästhetische Diskussion. Und das Ganze jeweils durch eine kundige Benutzung der für beide einschlägigen englisch- wie deutschsprachigen Fachliteratur vieler Jahrzehnte mit Blicken durchaus etwa auch auf französisches oder italienisches Spezialistentum.«
Joseph A. Kruse, www.gestern-romantik-heute.uni-jena.de Januar 2021