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Kling

Unter Wölfen

Geschichten der Zivilisation und der Souveränität vom 30-jährigen Krieg bis zur Französischen Revolution
Rombach Wissenschaft,  2019, 582 Seiten, broschiert

ISBN 978-3-96821-582-2


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Das Werk ist Teil der Reihe Cultural Animal Studies (Band 2)
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Wir erleben heute die Wiederkehr der Wölfe. Einer Wiederkehr geht indessen immer ein Verschwinden voraus und dieser Vorgeschichte widmet sich dieses Buch. Anhand von Augenzeugenberichten und Jagdtraktaten sowie Texten der politischen Theorie, der Zoologie und der Literatur wird die Ausrottung der Wölfe im 17. und 18. Jahrhundert nachgezeichnet. Ausgangspunkt der Untersuchung ist das Anwachsen der Wolfspopulation im 30-jährigen Krieg. Die Wölfe vermehren sich in einer tiefgreifenden Krisensituation und werden so zu deren zeichenhafter Verkörperung. In Texten nach dem 30-jährigen Krieg ist sodann zu erkennen, dass die Wölfe als Schreckensfiguren instrumentalisiert werden – das Sprechen und Erzählen von einer unzivilisierten Wolfszeit soll zur Wiedereinsetzung der im Krieg zerstörten Ordnung beitragen. Es ist nicht zuletzt diese affektive Aufladung der Wölfe, mit der maßgeblich ihre Ausrottung vorangetrieben wird. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts bricht die Wolfspopulation schließlich zusammen; das 19. Jahrhundert kennt nur mehr ›letzte Wölfe‹, deren Tötung als Triumph des Menschen regelrecht inszeniert wird. Die Studie weist nach, dass mit der Ausrottung der Wölfe vom 30-jährigen Krieg bis zur Französischen Revolution und den Geschichten, die diese begleiten, immer auch die politische und zivilisatorische Ordnung zur Disposition steht.

»ausgezeichnete Dissertation«
Wiebke Hüster, FAZ 30.01.2020

»Dass Wölfe seit jeher politische Tiere sind, zeigt Alexander Kling nun in einem neu erschienenen Buch auf beeindruckende Weise. Alexander Kling gelingt mit Unter Wölfen ein großer Wurf… inhaltliche Tiefe und große Belesenheit… Argumentationsführung plausibel und überzeugend… Klings Text ist eindrucksvoll klar und verständlich geschrieben… eine lohnende Lektüre… hohe Relevanz.«
Sebastian Ehret, Tierstudien 17/2020, 163-164

»differenzierte Darstellung. Doch wie der Wolf von einem Grenzgänger zur erklärten Feindfigur, zur Metapher der Wildnis wurde, ist eine lange und von vielfältig ineinandergeschobenen Bedeutungsprojektionen begleitete Geschichte, die Alexander Kling in seiner literaturwissenschaftlichen Dissertation „Unter Wölfen“ [...]
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