Graf

Mazzika!

Eine arabistisch-ethnomusikologische Exkursion in die Text- und Klangwelten der Popmusik Ägyptens und des Libanon von ihren Anfängen bis heute
Ergon,  2012, 542 Seiten, gebunden

ISBN 978-3-89913-924-2


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Das Werk ist Teil der Reihe Kultur, Recht und Politik in muslimischen Gesellschaften (Band 22)
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Obzwar die Popmusik Ägyptens und des Libanon in der gesamten arabischen Welt omnipräsent ist, war sie bislang kaum Gegenstand wissenschaftlicher Auseinandersetzungen, was u.a. damit zusammenhängen mag, dass nicht-westliche Popularmusik in der Ethnomusikologie erst seit den 1990er Jahren als Forschungsgegenstand gilt.
Beim vorliegenden Werk handelt es sich um eine interdisziplinär angelegte Studie, welche Gegenstände und Methoden der Arabistik und der Musikethnologie zusammenführt. Sie beruht auf mehrjähriger Feldforschung und setzt sich - auf der Basis von 260 detailliert analysierten Liedern - mit Struktur, Inhalt und Kontexten der ägyptischen und libanesischen Popmusik auseinander.
Die ersten drei Kapitel fassen den Forschungsstand zusammen, geben Definitionen von Popmusik, betrachten die Musiktraditionen, aus denen die Popmusik schöpft, und situieren letztere im politischen, historischen und sozialen Kontext. Danach folgt der Hauptteil der Untersuchung, der die Ergebnisse einer Primärforschung darlegt. In einem musikalischen Teil werden die Instrumente sowie besondere Gestaltungselemente und Spezialeffekte dargestellt; dies nebst wichtigen Beobachtungen zu den verwendeten Tonarten und Rhythmen. Anschliessend werden die Texte der Popmusik untersucht. Eine inhaltliche Analyse macht deutlich, wie überaus differenziert das soziale Geschehen in der Musik reflektiert wird, und eine Auseinandersetzung mit der sprachlichen Form und verschiedenen Stilaspekten vermittelt einen soziolinguistischen Einblick in die moderne Liedkultur Ägyptens und des Libanon. Der soziokulturelle Aspekt der Studie wird durch ein weiteres Kapitel abgerundet, in welchem verschiedene Vermarktungsstrategien zur Sprache kommen.
Die Dissertation macht deutlich, dass die Quellen der ägyptischen und libanesischen Popmusik um ein Vielfaches komplexer und vielschichtiger sind, als gemeinhin oft angenommen wird. Aus diesem Grunde bildet die Arbeit eine solide Basis für weitere wissenschaftliche Arbeit - sei es nun im Bereich der Arabistik bzw. Islamwissenschaft oder der Musikethnologie - und dürfte ganz allgemein auch für Musiker und alle Freunde der arabischen Musik von Interesse sein.

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