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Gomes

Gedankenlesemaschinen

Modelle für eine Poetologie des Inneren Monologs
Rombach Wissenschaft,  2009, 188 Seiten, Paperback

ISBN 978-3-96821-317-0


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Das Werk ist Teil der Reihe Litterae (Band 166)
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Seit jeher träumt die Menschheit davon, die Gedanken anderer lesen zu können. Dieser alte Traum erhält um 1900 mit dem Aufkommen analoger Datenspeicher, der Erfindung neuer physiologischer Meßgeräte und bahnbrechenden Entdeckungen in der Physik und Chemie eine neue wissenschaftliche Grundlage. Zur Jahrhundertwende scheint endlich das notwendige Wissen vorhanden, um eine Maschinerie aufzustellen, mit der der Vorstoß in die terra incognita der Psyche gelingen könnte. Von Lügendetektoren, Röntgenstrahlen oder der neu erkundeten Hypnose versprechen sich Forensiker und Kriminologen reale Chancen, um fremde Gedanken zu durchleuchten. Zur selben Zeit bringt auch die Literatur eine Form hervor, die die Gedanken der Personen wie eine Maschine liest: die Form des Inneren Monologs. Sie schlägt einen paradigmatischen Riß in die Geschichte der narratologischen Konventionen, der vor allem durch die Ersetzung der Erzählerfigur durch das Prinzip der Maschine gekennzeichnet ist. Ausgehend von einem kultur- und wissenschaftshistorischen Überblick der Polygraphie und des Gedankenlesens um die Jahrhundertwende wird in dieser Arbeit der narratologische Begriff „Innerer Monolog“ einer weitreichenden Revidierung unterzogen. Close readings einzelner Episoden von James Joyces Ulysses sowie von Schnitzlers Lieutenant Gustl und Fräulein Else zeigen den Mechanismus der literarischen Gedankenlesemaschine.

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