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Gröschel

Zwischen Antisemitismus und Modernisierungspolitik

Die Bedrohung des jüdischen Wirtschaftslebens in der Zweiten Polnischen Republik (1918-1939)
Tectum,  2010, 476 Seiten, broschiert

ISBN 978-3-8288-2315-0

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„Jeder zu den Seinen“: Mit dieser Parole stachelten Mitteleuropas Nationalisten zwischen den Weltkriegen zum Wirtschaftskampf gegen benachbarte ethnische Gruppen auf. Wirtschaftliche Vorteile sollten vor allem der eigenen Gruppe zugute kommen. In Polen – wo zu dieser Zeit die größte jüdische Bevölkerungsgruppe der Welt lebte – waren antisemitische Aufrufe zum Wirtschaftskampf weit verbreitet. Cornelius Gröschel geht der Frage nach, welche historischen, politischen, sozialen, ethnischen, wirtschaftlichen und ideologischen Besonderheiten zusammenkamen, die das jüdische Wirtschaftsleben in der Zweiten Polnischen Republik (1918-1939) in die Defensive drängten. Dabei war die Boykottbewegung nur eine besonders auffällige öffentliche Form des Wirtschaftskampfs. Auch die Politik des benachbarten Dritten Reiches blieb nur ein Einflußfaktor unter vielen. Der Numerus clausus für Juden an Universitäten stellte hingegen die am deutlichsten normierte Diskriminierung dar. Wie der Autor zeigt, standen die Juden im Brennpunkt des Wirtschaftskampfes. Aber auch andere ethnische Gruppen waren im polnischen Vielvölkerstaat von Ausgrenzung betroffen. Alle sahen sich nicht nur mit gezielter ökonomischer Bedrängung durch Teile der Mehrheitsbevölkerung konfrontiert. In einem Nationalstaat auf dem Weg in die Moderne hatten Minderheiten zunehmend auch mit struktureller Benachteiligung zu kämpfen.

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