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Religion und Wahnsinn um 1900: Zwischen Pathologisierung und Selbstermächtigung / Religion and Madness Around 1900: Between Pathology and Self-Empowerment

Ergon,  2017, 340 Seiten, gebunden

ISBN 978-3-95650-279-8


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Das Werk ist Teil der Reihe Diskurs Religion (Band 14)
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Der Sammelband widmet sich dem „religiösen Wahnsinn“, wie er insbesondere in den Jahrzehnten um das Jahr 1900 gesellschaftlich und diagnostisch etabliert und verhandelt wurde. Die Herausgeber gehen davon aus, dass Fälle „religiösen Wahnsinns“ bisher vorwiegend aus psychologischer Perspektive bearbeitet und als Beispiele pathologischer Erkrankungen beschrieben wurden. Eine interdisziplinäre Betrachtung des Themas soll hingegen die Schnittstellen zwischen Religion, Medizin, Psychologie und Gesellschaft sowie deren dynamische Grenzverschiebungen bzw. diskursive Verwobenheit hervorheben. Die Beiträge legen daher den Fokus einerseits auf konkrete Einzelbeispiele jenseits der in der Literatur bekannten und prominenten „Psychofälle“ und diskutieren andererseits systematische Fragen zur gegenseitigen Konstituierung von religiösen Sinnsystemen, zeitgenössischen Krisenrhetoriken sowie „wissenschaftlicher“ und „pseudowissenschaftlicher“ Diagnostik und Therapie. Ein besonderes Interesse liegt zudem auf dem Diskurs über „religiöse und psychische Devianz“, der nicht allein die Pathologisierung „religiösen Wahnsinns“ ermöglichte, sondern gleichsam der Selbstermächtigung des religiösen Subjekts und dessen Befreiung aus den gesellschaftlichen Zwängen der Moderne Vorschub leistete. Eine zentrale These ist dabei, dass solche „Anormalitätsdiskurse“ und deren breite Rezeption in Wissenschaft, Kunst und Religion den gesellschaftlichen und individuellen Umgang mit den Ambivalenzen und Chancen der Moderne widerspiegeln und dies insbesondere am Beispiel des „religiösen Wahnsinns“ zu Tage tritt.

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